Lebens- und Kulturraum Gasse

Die Gasse hat viele Gesichter und Geschichten!

Es bewegen sich Beamte, Obdachlose, KonsumentInnen legaler und illegaler Drogen, Hausfrauen, psychisch Kranke, Prostituierte,  Jugendcliquen, Frauen, Männer, ältere und jüngere Menschen und sogar immer mehr Kinder auf der Gasse. Einige versuchen  hier ein soziales Netz zu knüpfen – ein „zu Hause“ zu finden. Auf der Gasse beschaffen sie sich Drogen und Geld und verbringen ihren Alltag, ihre „Allnacht“ da.

AussenseiterInnen kommen auf die Gasse um zu (über-) leben und werden hier oft erneut an den Rand gedrängt.  Sog. „ungeschliffene“  Menschen  sind  in der schönen Innenstadt unerwünscht – ehemalige Gassenbeizen wurden zu In-Restaurants umgestylt, Jugendliche kriminalisiert und ihre Treffpunkte werden nicht geduldet. Alltägliche Repressionen und Wegweisungen sind Ausdruck dafür, dass wir als Gesellschaft mit diesen  Menschen auf  der Gasse eigentlich nichts zu tun haben wollen.

Wie wir alle dürfen aber auch die Menschen auf der Gasse nicht einfach auf ihre Probleme reduziert werden. Der ganze  Mensch will ernst- und wahrgenommen werden! Ein Alkoholiker hat nicht nur Suchtprobleme und/oder ist aggressiv – er kann auch witzig, sensibel und kontaktfreudig sein. Eine psychisch kranke Frau ist nicht einfach schwierig. Sie kann auch hilfsbereit, liebenswürdig und interessant sein.  Jugendcliquen sehen vielleicht manchmal komisch aus, hören „unmögliche“ Musik, sind aber deswegen nicht weniger kreativ, lustig,  aktiv, feinfühlig oder kulturverbindend. Alle diese Menschen sind wie wir auch Spiegelbild unserer Gesellschaft,  sind Menschen in  Bewegung, Menschen auf der Suche…